Nachdem ich von Ben auf die Schnelle "überredet" wurde, doch mal zu Jonathan nach Amsterdam zu reisen, ging es auch schon am 30.12. los...
Glücklicherweise hat Ben eines von diesen großen VW-Dingern, Sharan oder so (der mindestens 210 fahren kann *grunz*), wo ganz viele Leute auch auf längeren Reisen halbwegs komfortabel untergebracht werden können - was sich auch als relativ notwendig erwies angsichts der Tatsache, daß die von Bens Bruder prophezeiten "maximal vier Stunden Fahrzeit" doch um einiges zu überbieten waren...
So machten sich Lena, Jonathan (der überraschenderweise gerade bei seinen Eltern in Volksdorf war), Ben und ich auf gen Holland (noch im Glauben, Jonathan würde den Weg zu sich nach hause finden).
Abfahrt war um zehn Uhr morgens und als wir um eins kurz vor Hannover waren wussten wir, daß irgendwas falsch gelaufen sein musste. Ein netter Mann bei einer Tankstelle (einer Esso - wir waren immer auf der Suche nach Esso-Tankstellen, weil Ben da irgendwie umsonst tanken kann oder so) erklärte uns den simplen Weg: "Einfach wieder auf die A7, dann kommt so ein Autobahnkreuz, da fahrt ihr dann Richtung Osnabrück und schon seit Ihr so gut wie in Amsterdam" - toll. Schade natürlich, wenn das Kreuz ein Dreieck ist und man plötzlich wieder kurz vor Bremen ist... Also rauf auf irgendeine Bundesstraße und erstmal noch ein paar Stunden Richtung Osnabrück (komplett mit Treckern, reizvollen Atomkraftwerken, Staus und allem was dazugehört)...
Hier die Route:
Pink ist der Hin-, grün der Rückweg (auf den ich weiter unten sicher nochmal eingehe...)
Immerhin kamen wir noch rechtzeitig an, um unsere Sachen in die Wohnung zu verladen und einen offenen Supermarkt (was nicht so schwer ist, da es in den Niederlanden keine gesetzlich geregelten Ladenöffnungszeiten gibt) zu finden... (Ben überraschte durch die Ankündigung, an zwei Tagen ein ganzes Glas Erdnussbutter verzehren zu wollen - leider hab ich mich auf einen dieser bescheuerten männlichen Imponierwettbewerbe eingelassen weshalb wir in nächster Zeit mal er ein Glas davon und ich ein gleich großes Glas Nutella zu verzehren versuchen werden...) Jonathan hatte unterdessen ein paar Stühle "gefunden" (ein gewisses Maß an Kriminalität gehört in Amsterdam einfach dazu - sollte ich noch lernen) und verlud sie freudestrahlend in den Kofferraum...
Naja, Stühle kann man nie genug haben...
Zurück in der Wohnung (in der Dirk-irgendwas-Straat), die in einer Sozialwohnungsgegend liegt, die sich durch ihren hohen Anteil von Ausländern, Studenten und Arbeitslosen auszeichnet, also eigentlich ziemlich ghettomässig rüberkommen sollte - was überhaupt nicht der Fall ist, die Häuser sind schöner und die Straßen sauberer als alles, was ich aus Deutschland gewohnt bin... Die Architektur geht sogar so weit, daß ich sie ohne schlechtes Gewissen als "verspielt" (natürlich nur im Vergleich zu der Sozialbauarchitektur, die ich kenne) bezeichnen würde - mein Favorit war ein wellenförmiger Wohnkomplex der sich über einen Kanal schlängelte...
Die Wohnung ist auch cool, vier Leute wohnen da (normalerweise, alle hatten irgendwie gerade Freunde da weshalb wir zu zehnt da waren), ziemlich groß und mit der derbsten Wohnküche (42 Quadratmeter!), die ich jemals gesehen habe...
Nachdem wir schonmal zwei der Mitbewohner kennengelernt haben (Silvie aus Deutschland, die wirklich extrem hektisch ist, ich vermute sie trinkt zu viel Kaffee oder so, sowie Arnold den Holländer, der leider nicht so besonders gut Englisch und gar kein Deutsch sprechen konnte was die Kommunikation mit ihm nicht gerade einfach gestaltet, den dritten Mitbewohner, der verwirrenderweise auch Ben heisst sollten wir später irgendwo treffen) hatten wir das nächste Problem: die Beschaffung von fahrbaren Untersätzen...
Das Auto kam schonmal nicht in Frage da es so gut wie keine Parkplätze in Amsterdam gibt. Und da jeder weiß, daß es in Holland 20 Millionen Holländer aber 21 Millionen Fahrräder gibt brauchten wir natürlich auch welche. Tja, und wo kriegt man abends um neun noch ein Fahrrad her, wenn man es nicht klauen will? Richtig, man lässt klauen... Fahrradbeschaffung funktioniert nämlich da so: Leute (meistens Junkies) klauen Fahrräder und verkaufen sie dann teuer an Studenten (oder Touristen, oder irgendwen halt)... Ronny ist zwar kein Junkie aber irgendwie ein ziemlich stranger Typ - jedenfalls kannte Jonathan ihn irgendwo her (sein Mitbewohner, Ben, hatte mal irgendwann eine Dokumentation über fahrradklauende Leute - für die es auch einen extra Begriff gibt - in Amsterdam angefangen und dadurch einige von ihnen kennengelernt) und er war auch in der Lage, uns auch zu der Uhrzeit noch genügend Drahtesel zu beschaffen... Besonders vertrauenserweckend war die Sache allerdings nicht, allein schon deshalb, weil er noch in der Nacht an einem Rad eine Notreperatur durchführen musste (okay, dafür sollten sie nur fünf Euro das Stück kosten) - die Dinger wurden noch zu einer ziemlichen Plage für uns...
Trotzdem versuchten wir, in die Innenstadt zu kommen. Die Räder von Ben und Jonathan waren nach etwa zwei Minuten Fahrt kaputt weshalb Ben und Lena sowie Jonathan und ich uns eins teilen mussten (besonders Ben auf dem Damenmountainbike sah sehr skurril aus mit Lena hinten drauf) - aber irgendwie schafften wir dann doch noch die zehn Fahrradminuten ins Partyviertel.
(das tolle Rad, mit dem Ben und Lena sich fortbewegen mussten)
Unser erster Anlaufpunkt war ein Coffeeshop namens Abraxas (laut Jonathan der beste), wo wir denn auch den anderen Ben trafen (mit dem ich wirklich erstaunlich viele Gemeinsamkeiten habe - es war schon fast erschreckend!). Naja, da waren wir jedenfalls eine geraume Zeit (öh... glaube ich) und sind dann vielleicht noch irgendwo auf eine andere Party gegangen. Jedenfalls versuchte Ben am Ende des Abends erfolglos, sein Fahrrad zu ersteigen, was denn so aussah:
Wir schafften es irgendwie, uns darauf zu einigen, zu schieben, was Jonathan durch seinen unermüdlichen Optimismus ("ihr schafft das!") zu verhindern versuchte - allerdings musste auch er sich der Mehrheit beugen...
Nach einer halben Stunde hatte Ben dann aber schon wieder der Mut gepackt und er versuchte, zu fahren - was sogar erstaunlicherweise ganz gut ging. Leider bemerkte er in seinem jugendlichem Eifer nicht, daß der Schlauch nicht nur platt war sondern sich auch noch gelöst und um die Felge gewickelt hatte weshalb er recht aprupt zum Stillstand kam... Somit war nur noch eines der vier Räder wirklich einsatzbereit (meins, haha!). Jonathan war sehr erpicht darauf, die Räder noch in der Nacht zu reparieren (was uns anderen recht unmöglich erschien, da wir schon mit Basisfunktionen wie Laufen und nicht Überfahren werden arge Probleme hatten), aber dafür mussten sie natürlich erstmal nach hause gebracht werden... Zwei ließen sich noch schieben, eins musste getragen werden - womit Jonathan nach kurzer Diskussion zwischen Ben, Lena und mir als erstes auserkoren wurde (auf dem Weg ertappte ich mich mehrfach dabei, wie ich vollkommen triviale Dinge auf einmal total faszinierend fand, hmmm)...
Zuhause angekommen waren die anderen auch gerade erst zurück von ihren Feiern und auch überhaupt nicht müde weshalb wir auch nochmal in allgemeine Feierstimmung verfielen...
Ben hingegen war auf einmal sehr angetan von einem dieser Glasfiber-Leuchte-Dinger, das der andere Ben zum Zwecke der allgemeinen Belustigung irgendwann mal erworben hatte und verbrachte längere Zeit damit, seinen Kopf zwischen die einzelnen Dinger zu stecken und ab und an Rückmeldung darüber zu geben, wie toll und atemberaubend denn das alles sei was er gerade erleben würde...
Als wir anderen fertig waren mit Kennenlernen und... öh... feiern halt nahmen wir Ben das Leuchteding ab und gingen ins Bett...
Der Silvestermorgen begann für uns irgendwann um zwei Uhr nachmittags, wirklich aufgestanden waren die ersten dann so gegen vier. Das Wetter war grausam, Regen ohne Ende, so daß sich unsere ursprünglichen Pläne in die Stadt zu gehen sich recht schnell verflüchtigten... Also frühstückten wir und... nun... "glühten vor". Ben war ziemlich fertig vom vorherigen Abend weshalb er sich als Fahrer zu unserer Party nach Utrecht zur Verfügung stellte - was wir anderen extrem klasse fanden... Wir guckten "Requiem for a Dream", Teile von "Pumping Iron" (Ja, dem 70er-Bodybuilding-Film mit Arnie), schlürften Proteinmilchshakes und hörten Klezmer...
Der Abend kam schnell und als Jonathan, Lena und ich schon so richtig schön angeduselt waren und auch die anderen fünf bereit zur Abfahrt waren ging es los in Richtung Party...
Utrecht liegt ungefähr 40 Kilometer von Amsterdam entfernt und hätte irgendwer gewusst, wo die Feierlichkeit denn stattfindet hätten wir bestimmt nicht anderthalb Stunden gebraucht, um uns zurechtzufinden...
(Jonathan und ein Stück von meiner Jacke)
Den nicht-Fahrern in Bens Auto war es jedoch recht egal, da Jonathan für eine größere Menge an Sachen wie Wein und Kaugummis mit Vanillegeschmack ("Dennis, meinst Du es wäre NOCH vanilliger, wenn wir drei auf einmal essen würden?") gesorgt hatte... Lena war es allerdings ein wenig unheimlich, daß wir plötzlich so begeistert von ein Paar Kaugummis waren, sie dachte es wären irgendwelche harten Drogen oder so, tsss...
Die Party selber glänzte durch ihre Location: Ein leerstehendes, dreistöckiges Bürogebäude, das sonst nur von ein paar Hausbesetzern bewohnt wurde (die leider auf unseren Erkundungstouren durchs Haus ein wenig sauer waren - "This is MY floor!" - und denen es hoffentlich nicht allzu viel ausmacht, daß wir ein paar Flachen Wein für den Eigenbedarf von ihnen geliehen haben, aber es waren vielleicht nur drei oder vier von den zweihundert Räumen bewohnt) macht schon ordentlich was her. Etwa hundert, hundertfünfzig Leute waren da, es gab Buffet mit viel Nudelsalat und so... Und kurz vor Mitternacht versammelten sich alle auf dem Dach um über die Dächer der europaweit am dichtesten bevölkerten Gegend das neue Jahr zu empfangen...
(Ben vertreibt böse Geister mit der doppeltes-Leuchteding-wo-Kugeln-rauskommen-Taktik - Langzeitbelichtungen rocken!)
(Flo [guckt etwas fertig], Britta, Jonathan [mit Alkohol in der Hand - Standardgeste] und ich glaube ich Stück Lena)
Gegen eins oder so haben wir uns dann ein wenig aus den Augen verloren. Ben, Lena, Jonathan und ich latschten ein wenig durch das Gebäude worauf Jonathan und ich plötzlich den Einfall hatten, uns doch mal ein wenig umzusehen - was Lena und Ben nicht so klasse fanden irgendwie und uns alleine ließen. Man kann natürlich nicht sagen, daß sie besonders viel verpasst hätten - aber so ein komplett leergeräumtes Gebäude, in dem trotzdem noch Strom und Wasser funktioniert hat schon etwas für sich. Einen dunklen Keller mit merkwürdigen Aktenschränken, den man nur über Wendeltreppen erreicht zum Beispiel, ein geräumtes Labor und verdammt viele verdammt kleine und auch einige größere Räume - wir waren zutiefst fasziniert!
(Treppenhaus)
(einer der zahlreichen Laborräume)
Nach unserem bestimmt anderthalbstündigem Streifzug durch die Eingeweide des Gebäudes trafen wir auch im Eingangsbereich auf Ben und Lena, die weiter wollten.
(die Freude war groß als wir auf einige Kisten mit Schiefer drin stießen - Schiefer ist teuer! Aber auch schwer transportierbar, weshalb wir ihn lieber nur kurz in Szene setzten und ihn schließlich Leuten mit besseren Transportmöglichkeiten überließen...)
Doch vorerst galt es noch, uns einen Jugendtraum zu erfüllen - der etwas mit Feuerlöschern und riesigen Bisonstatuen aus Metall, die vor dem Gebäude stehen zu tun hatte... Leute, seid gewarnt, das Zeug, was aus Feuerlöschern rauskommt ist saukalt! Und als wir damit fertig waren, das Eisenrind einzuschäumen konnten wir auch guten Gewissens weiter nach Amsterdam - es war noch früh, irgendwas gegen drei und die Party noch nicht zuende!
Die Fahrt ging schnell, die Parkplatzsuche in der Stadt so rein gar nicht. Offenbar ist es ein großes Vergnügen für Holländer, an Silvester mit dem Auto herumzukurven...
(Ben ist ein wenig genervt, einerseits von unserer überschwenglichen Heiterkeit, andererseits von dem Problem, keinen Parkplatz zu finden)
Schließlich hatten wir doch noch Glück und stiegen an der Herengracht aus...
Unser erster Halt war ein Coffeeshop namens Rokerij oder so... öh was immer auch Niederländisch für Räucherei ist, wo wir ein wenig Zeit totschlugen, da wir noch die anderen, den anderen Ben und zwei Mädels (die uns allerdings nicht besonders mochten - wir kamen zum Schluss, daß sie solche Leute sind, die zwar recht intelligent aber auch extrem stolz darauf sind sind während wir zwar auch ein nicht unerhebliches Maß an Intelligenz an den Tag legen, diese allerdings lieber dafür verwenden, klugzuscheißen und Schabernack zu treiben) irgendwo treffen wollten...
(der Coffeeshop der heißt wie Räucherei auf Niederländisch oder so...)
Wir fanden einen komplett überteuerten Dönerladen namens "Mama" (haha!), wo wir unseren seit dem Coffeeshop doch recht gesteigerten Hunger zu stillen vermuteten... Jonathan und ich aßen köstlichen Dönerteller (für 7,50€, die ich Jonathan ausgelegt habe und die er mir wie mir gerade einfällt nicht wiedergegeben hat, grrr) und ich war auffällig lange auf der Toilette, weil ich ausgerechnet dann auf die Idee kam, Neujahrsgrüße mit meinem Mobiltelefon zu verschicken... Der andere Ben und ich unterhielten uns ziemlich lange über Produkte der Firma Adobe weil er da arbeitet und ich da Kunde bin und fanden uns ziemlich gut die ganze Zeit...
(Jonathan und ich muffeln Döner - glücklicherweise ohne Blitz, eigentlich hatte ich hier auch ein Bild von einer wirklich extrem fertig aussehenden Lena platzieren wollen, was ich dann allerdings doch lieber gelassen habe - will ja nicht auf die Mütze kriegen *g*)
Danach waren wir vielleicht noch in einem anderen Coffeeshop dessen Name vielleicht etwas mit Dolphin zu tun hat, vielleicht aber auch nicht, jedenfalls saßen wir plötzlich zu siebt bei Ben im Auto und fuhren zurück Richtung Wohnung...
Ben stellte sich rigoros in die zweite Reihe ("Kein Problem, Alter. An Neujahr kontrolliert eh keiner, die haben viel wichtigeren Kram zu tun!") und wir staunten nicht schlecht, was in unserer Abwesenheit mit der Gegend passiert war:
Zuvorkommende Jugendliche haben ziemlich viel geböllert was der andere Ben recht fassungslos bewundert...
Drinnen nahmen wir noch etwas zu uns und schauten "Delicatessen"... Irgendwie war ich allerdings der einzige, der das Ende mitbekommen hat und im Lichte der allerersten Sonnenstrahlen des neuen Jahres entschlummerte ich friedlich...
Das erste was ich vom neuen Jahr sah war das:
Der andere Ben war tatsächlich so umsichtig, komplett bekleidet, sogar noch mit Schuhen an einzuschlafen weshalb er natürlich gleich partyfein war! Sehr praktisch! Allerdings war es auch irgendwie notwendig, da es schon irgendwie 15 Uhr war... Unser Frühstück sah so aus wie immer - entweder nichts oder eine Scheibe Brot mit wahlweise Erdnussbutter oder Schoko-Duo-Ersatz - wir entschieden also, in die Stadt zu fahren...
Trotz andauernder Reperaturversuche waren die Fahrräder immer noch nicht gebrauchsfertig, was in uns den Entschluss aufkeimen ließ, es mit dem von Jonathan verdammten Bussystem zu versuchen. Und da Jonathan noch nicht in der Lage war, Einspruch zu erheben (ein Mädel namens Joy, das eine halbe Stunde vorher aus seinem Zimmer kam und offenbar eine Kommolitonin von ihm ist gab uns zu verstehen, daß man ihn lieber nicht stören möge) schnappten wir uns den anderen Ben als Location-Guide und ließen uns zur nächsten Bushaltestelle geleiten...
Obwohl von Jonathan nicht gerade empfohlen gestaltete sich Busfahren doch erheblich streßfreier als Fahrradfahren (obgleich wir die Fahrräder anteilig mehr "bewegt" denn gefahren haben...) und wir kamen wohlbehalten nach etwa 20 Minuten am Hauptbahnhof (aka Centralstaation) an...
...wo Ben sofort seine Wirtschaftsjuraskills oder was auch immer benutze, um rauszufinden, wenn man denn zurückfahren kann.
Die nächsten paar Stunden latschten wir durch die Innenstadt (deprimierend: alle Geschäfte hatten logischerweise zu, Touristenkitsch und Drogen konnte man natürlich an jeder Ecke erwerben, aber halt nicht mal nach Klamotten ausschau halten oder so...
Hier mal ein paar nette Klischeebilder aus Amsterdam:
Als der Hunger dann begann, enorm zu werden verzogen wir uns in ein All You Can Eat China Imbiß-Dings wo man in einer Stunde so viel futtern konnte wie man wollte - und zu meinem und Lenas Entsetzen konnte Ben wirklich jede Menge Nahrung in sich reinschaufeln (15 Hähnchenschenkel und Nudeln en masse)... Naja, der Junge muss halt groß und stark werden und alles...
Am Tisch fassten wir auch den Entschluss, am gleichen Abend noch gen Heimat aufzubrechen, da wir jetzt schon drohten extrem zu versacken...
Doch vorher wurde noch ein schicker Frittenmann von uns gesichtet:
Er ist leider ordentlich emo, also hat er sich fast alle Gliedmaßen rausgerissen und sich aufgehängt... Sei's drum...
Die Rückkehr gestaltete sich dann allerdings ein wenig kompliziert - niemand hatte sich gemerkt, wie die Bushaltestelle wirklich hieß, weshalb wir plötzlich in einer komischen Gegend waren wo es unter anderem eine Kirche, die komplett von einem Bürogebäude überwuchert war gab. Ein freundlicher Busfahrer erkannte uns allerdings rasch als Touristen und wies uns den Weg zurück...
Der Abschied war kurz aber herzlich. Es war bereits kurz vor zehn Abends und wir wollten rasch los.
Ben hatte (mehr oder weniger überraschenderweise) ein Ticket fürs Falschparken bekommen ("Wird sowieso nicht nach Deutschland nachgeschickt") - 45€ sollte der Spaß kosten - mal gucken was draus wird, ich berichte...
Zuerst sollte Ben fahren und ich die Navigation übernehmen, Lena hielt sich ganz raus und schlief nach ungefähr einer halben Stunde auf dem Rücksitz ein.
Daß wir irgendwie falsch waren merkten wir dann erst, als wir die ersten Schilder Richtung Oberhausen lasen (zur ungefähren Illustration bitte die eingangs platzierte Karte angucken). Kurz im Gedächtnis gekramt merkten wir, daß Oberhausen im Ruhrpott lag und da wollten wir so rein gar nicht hin. Also erst eine Esso gesucht - in einem Ort namens Rees. Gab natürlich keine und die Leute die wir kurz nach Mitternacht beim Gassigehen störten waren zwar hilfsbereit, aber auch ratlos und extrem verwirrt - aber vielleicht habe ich mich auch nur merkwürdig ausgedrückt, hmm... Jedenfalls konnten wir eine Shell finden (bei der man nicht wusste, wo die nächste Esso ist weshalb wir da Benzin kaufen mussten, nun ja) und bei einigen koffeinhaltigen Drinks den weiteren Routenverlauf planen konnten.
Wir entschieden uns zu einem riskanten Bundesstraßenmanöver, das uns mit ein wenig Glück nach Münster und da auf die A1 nach Bremen und schließlich nach Hamburg bringen sollte... Klappte sogar fast ganz gut (meine Vorschläge, eine Freundin, die in der Nähe von Münster wohnt noch spontan um drei Uhr morgens zu besuchen wurden allerdings abgelehnt - auch von Lena die offenbar extra zu diesem Zweck aufgewacht war) und um halb fünf Uhr morgens kamen wir dann bei Ben an (wo ich auch übernachtete, weil ich irgendwie meinen Haustürschlüssel vergessen hatte, nun...).
Ja, insgesamt fand ich Amsterdam wirklich sehr sehr gelungen und ich will so schnell wie möglich wieder hin...