Donnerstags ist mein Psychologietag nämlich...
Viel zu früh - um kurz nach zehn - meine erste Veranstaltung. Internet und Textverarbeitung für Historiker. Billig. Die Hälfte des Kurses besteht aus Leuten, die noch nie eine Maus in der Hand hatten, so kommt es mir zumindest vor. Der Dozent, ein eigentlich recht fähiger Seminerd namens Wettlaufer hat seine liebe Not, den nicht so computergewandten Leuten klarzumachen, wie man Überschriften in Word (Ja, Word, alle Latexuser werden wahrscheinlich sofort rotieren) hinbiegt. Naja... Aber auch sowas muss es geben...
Daraufhin meine einzige große Pause in der Woche. Zwei Stunden. Perfekt um den Gourmettempel Mensa (die Fritten sind immer recht essbar und die Eintöpfe. Finger weg von den Salaten!) aufzusuchen. Prompt die Leute mit denen ich verabredet war verpasst und mich an einen Tisch zu einen Boleger mit interessanten Ansichten ("Ich hab nichts gegen Menschen, ich kann nur diese ganzen Leute nicht ab", "Kinder find' ich okay, die haben noch nicht dieses total ätzende an sich") gesetzt der aber im Allgemeinen ein ganz Netter war... Schnell noch ins ZFIM, ein wenig rumgesurft (spart Akku wenn man die Computer nimmt, die schon dastehen...Und sie haben eMacs, die sind toll weil sie wie ein großer Klotz Seife aussehen und sich auch so anfühlen) und die Martha von Stepin getroffen...
Danach stand Sucht und Suchtprävention auf dem Stundenplan. Von dem Kurs bin ich irgendwie bisher noch nicht so angetan, weil er irgendwie seinem Titel nicht gerecht wird. Wir unterhalten uns zwar in jeder Sitzung über irgendeine Form von Sucht und wie man sie erkennt - diesmal war es die Spielsucht - aber irgendwie haben wir nur rumgerechnet an Wahrscheinlichkeiten bei Spielen zu gewinnen (nach wie vor ist Roulette die beste Möglichkeit, seine Einsätze zu vermehren, aber leider nicht asig genug für Spielsüchtige, die lieber vor Geldautomaten rumsitzen) und erfahren, daß der Staat mit 80% an den Gewinnen aus Spielcasinos beteiligt ist. Von Hintergründen oder Präventionsmethoden keine Spur, wir haben nur ein wenig angeschnitten, wie man denn herausfinden kann, wie viele Leute an derartigen Erkrankungen leiden - mein Vorschlag, repräsentative Umfragen durchzuführen und anhand derer Ergebnisse hochzurechnen stieß auf wenig Gegenliebe, die meisten anderen wollten sich gleich ins Getümmel stürzen und Leute, die bereits in Therapie sind befragen, naja... Jedenfalls stecke ich meine Hoffnungen daß es alles ein wenig interessanter wird in die nächste Sitzung, da gehts um Medienabhängigkeit...
(mir fällt gerade auf daß ich eigentlich nur drei Sachen hatte, weshalb der Tag auch nicht _so_ spektakulär ist, aber wenn ich schonmal so weit geschrieben habe mach' ich auch weiter...)
Kommunikationspsychologie in Theorie und Praxis. Bisher hielt sich die Theorie glücklicherweise noch in Grenzen (Kommunikationsmodelle nach Bühler, Shannon und Weaver, Waczlawik und diversen anderen illustren Gestalten sowie die Frage nach der Natur der Kommunikation) und es ging schnell mit Referaten los. Heute war das Thema zum Beispiel nonverbale Kommunikation - im wesentlichen also Körpersprache. Wozu ich sagen muss, daß ich Körpersprache hasse. Es ist alles so offensichtlich... Daher habe ich auch extra viele Sachen aus irgendeinem populärwissenschaftlichen Quatsch den ich mal irgendwo aufgeschnappt habe in den Übungen (eine Art Interview zwischen zwei Studenten das gefilmt und später analysiert wurde) untergebracht habe - Beine übereinanderschlagen: check! Haare zurechtrücken: check! mit dem Stift auf den Kommolitonen zeigen: check! und so weiter... (ich wäre auch gerne in die Intimsphäre meines Interviewpartners eingedrungen und hätte gefragt, ob ich seine Füsse massieren darf, aber das hätte vermutlich eine Überforderung der restlichen Kursteilnehmer zur Folge gehabt...) Naja, am Schluss habe ich mich dann doch beteiligt mit dem Ergebnis, daß die Dozentin alles was ich sagte "sehr gut" fand - whooo!
Und ein Referat halte ich auch, mit der Nika (die schon kurz vorm Diplom steht und sich deshalb glaube ich tierisch über das niedrige Niveau von uns anderen ärgern wird) und dem Henrik zusammen nämlich - über Tabuthemen und deren Ausprägungen im Lauf der Geschichte, wir werden sehen...
So, und morgen geh ich mir ein Konzert angucken :D