...muss entweder selber bei der letzten Abifahrt dabeigewesen sein oder sich gedulden bis ich mal dazu gekommen bin die 400 Bilder zu ordnen und die besten Exemplare hier reinzustopfen.
Ansonsten habe ich meinen Geburtstag gut überstanden und bin nach wie vor relativ lebendig. Ahoi!
Douglas Adams hat in "Die Letzten ihrer Art" über den Kakapo geschrieben daß er ihn gerne in den Arm nehmen und ihm sagen möchte daß alles gut wird - was aber wahrscheinlich nicht stimmt. Genau so einen Moment hatte ich heute, glaube ich...
Da wo ich immer in die U-Bahn einsteige wenn ich zur Arbeit fahre ist so ein Zoogeschäft. Manchmal bin ich zu früh dran oder muss ein bißchen auf den Anschlussbus warten. Dann gehe ich da rein und gucke mir die Tiere an. Es gibt die üblichen Verdächtigen wie Kaninchen, Goldfische und Wellensittiche. Aber auch Zwergwachteln. Zwergwachteln sind wunderbare Tiere mit einem überproportional großen Körper, einem kleinen Köpflein und dem Hang, ein wenig hektisch durch die Gegend zu laufen und sich sinnlos aufzuplustern. Außerdem machen sie unglaublich niedliche Geräusche und sind nur bedingt flugfähig. Ich habe leider kein Foto aber die Google Bildersuche dürfte hilfreich sein für alle Interessierten...
Jedenfalls gab es als ich das letzte Mal da war drei von ihnen im Laden. Eine in schwarz - das mutmaßliche Männchen - sowie eine eher ruhige und eine eher hektische weiße Wachtel, mutmaßlich Mädchenwachteln, aber vielleicht präge ich ihnen da auch nur irgendwelche Rollen auf. Die schwarze Wachtel hat die anderen manchmal angebalzt oder sowas in der Art und hat beide manchmal zum Essen ausgeführt an die Schale mit Vogelfutter. Vorhin war ich wieder da weil ich eine halbe Stunde auf den Bus warten musste - und es saß nur noch eine Wachtel in ihrem Käfig. Die ruhige. Sie saß wie sonst auch auf ihrem kleinen Häuschen (Zwergwachtelkäfige werden offenbar mit Hamstermöbeln dekoriert) und als ich kam ist sie davon runtergehüpft, ein bißchen hin- und hergelaufen und hat sich auch aufgeplustert. Aber sie war so allein dabei. Ich musste fast weinen und bin raus. Zu fragen, ob sie wieder neue Zwergwachteln kriegen habe ich mich nicht getraut.
Ich weiß nicht inwiefern Tiere wirklich fühlen können oder ihre Situation einschätzen. Auf mich hat die kleine Wachtel in etwa den gleichen Eindruck gemacht wie sonst auch aber die Begleitumstände waren nicht besonders schön. Wie schon eingangs beschrieben - ich hätte sie gerne in den Arm genommen, oder mit zur mir. Aber beides geht aus den unterschiedlichsten Gründen nicht...
Falls das also jemand mit einem großen Herz für Zwergwachteln liest oder jemand der Zeit und Platz hat um sich eine zu halten - im Futterhaus in Hoisbüttel ist gerade eine die sich bestimmt über Zuneigung freut. Ich hoffe auch daß die beiden anderen Tierchen ein gutes Zuhause gefunden haben wo sie ihre kleine Wachtelnatur ordentlich ausleben können...
Nach über elf Jahren des gemeinsamen Musizierens finden wir von Budenix uns endlich geil genug, um eigene Autogrammkarten zu machen... eines oder mehrere dieser Motive gehen bald in Druck - mit einer Auflage irgendwo zwischen zehn und zwanzig Exemplaren.
Nachdem Photodose fast zwei Wochen gebraucht hat um mir meinen Film zu entwickeln (beziehungsweise ihn einzuschicken und wiederzubekommen) kann ich jetzt erstmalig Schwarzweißfotos von der Agfa Click präsentieren.
Und bei der Gelegenheit gibt es auch gleich einen kleinen Exkurs in die Welt der digitalen Nachbearbeitung.
Da die Click in den 50ern für extrem unempfindliche Filme (ungefähr 50ASA) hergestellt wurde kommen Bilder die man heute damit macht gerne mal ein wenig überbelichtet raus - was natürlich charmant ist, die Betrachtung aber langfristig recht anstrengend macht:
(Daß die Bilder natürlich auch negativ sind brauche ich glaube ich nicht extra nochmal darzustellen)
Der nächste Schritt wäre dann das Bild von seinem Rahmen zu befreien und die Autolevelfunktion von Photoshop darauf anzuwenden - die erstaunlich gute Ergebnisse liefert, jedenfalls müsste man ziemlich lange an einem Bild rumbasteln um das ähnlich hinzubekommen:
Anschließend noch (wenn man will) nach schwarzweiß konvertieren (Flachbettscanner fügen gerne leichte Farbstiche hinzu - ich vermute das hat mit einfallendem Licht zu tun - beschwören würde ich es aber auch nicht) und fertig ist der Lack:
Eine Ankündigung in eigener Sache und für alle die die Rundmail nicht bekommen haben:
Am 7.6. geht es wieder los - bei der nunmehr dritten Antiparty gibts wieder viel zu staunen und lachende Kinderaugen und überhaupt. Ab 21:00 im Riff Volksdorf.
Kommt zahlreich und erlebt Eure musikalischen Helden wie Laserman und Elektrik Bill, irgendwelche Indierocker (angekündigt, es muss noch ein Name gefunden werden) und natürlich auch Budenix!
Klingt natürlich so nicht schlecht, große Welt, ausgelaugt auf dem Boden eines Lofts sitzen um halb fünf morgens und drauf warten daß die Darsteller ihre Kaffeepause beenden nach dreißig Stunden harter aber gemeinschaftlicher Arbeit, anstengende aber schöne Stunden im kleinen dunklen Schnitträumen vor Geräten die nur Eingeweihte zu verstehen wissen und deren Benutzung gute Freunde zusammenschweißt, Klappen auf denen mit zittriger Hand und fast abgeriebener Kreide die Nummer der Einstellung vermerkt wurde - sowas. In Wahrheit ist es aber so daß ich bloß eine leidlich gute Kompaktkamera besitze (die obendrein auch nur semiverlässlich ist - im Moment ist die IR-LED im Eimer - toll gemacht, Sony!) und Dank der glücklicherweise schon recht gut integrierten Schnittmöglichkeiten meiner diversen Applecomputer auch theoretisch in der Lage bin den ganzen Schotter irgendwann mal zusammenzuschneiden.
Seit mindestens anderthalb Jahren habe ich allerdings kaum von diesen Möglichkeiten profitiert und einfach mal so rein gar nichts gemacht. Ich hab ein Konzertvideo für eine befreundete Band gemacht und ein paar Nonsenssachen wie die Unkultur aufgenommen. Früher war das anders - vor ungefähr zehn, elf, zwölf Jahren habe ich mal angefangen, einen abendfüllenden Spielfilm mit ein paar Freunden zu drehen - aber heute hat leider kaum noch jemand Zeit für solche niederen Vergnügungen (Notiz an mich: Weinerlichen Bericht verfassen - Tenor "Alle verdienen lieber Geld als lustigen Kram zu machen").
Vor ein paar Wochen aber hat mich die Judith auf etwas aufmerksam gemacht, was von der Landesarbeitsgruppe Film ausging. Ein Wettbewerb mit dem Thema "nur 48 Stunden" - Konzept: Man kriegt Freitag um 18:00 ein Thema und muss bis Sonntag, ebenfalls um 18:00 den Film abgegeben haben. Wir meldeten uns an. Letzten Freitag war es denn soweit - ich fuhr nach der Arbeit nach Kiel (Busfahrer der Linie 110 in Hamburg der mich nicht einsteigen ließ weil ich einen Döner in der Hand hatte und wegen dem ich deshalb eine Stunde am Flughafen stehen durfte - ich verfluche Dich und Deine Familie bis ins siebte Glied!) um da die notwendigen Rahmenbedingungen für den Film zu eroieren. Folgende Auflagen musste das Machwerk erfüllen:
- fertig bis Sonntag 18:00 - auf DVD oder DV-Tape - höchstens acht Minuten - das Thema soll "abgehängt" sein - eine Bildzeitung vom 28.4. sollte vorkommen - ebenso ein Zehneuroschein - mindestens drei Einstellungen mit einer Tasche oder einem Rucksack
Beim Thema mussten wir erstmal schlucken. "Abgehängt" ließ unserer Meinung nach nicht viel Raum für eigene Ideen die NICHT irgendwelche plumpen Verfolgungsgeschichten waren. Unter Zuhilfenahme bewusstseinserweiternder Substanzen wie mehreren Litern Rotwein gelang es uns, eine Geschichte zusammenzubasteln mit der wir zufrieden waren. Als günstig erwies es sich daß ich einige Tage vorher gerade "Das Haus dem den tausend Stockwerken" von Jan Weiss gelesen hatte - oder auch nicht. Vielleicht wollte ich Euch nur sagen daß ich Bücher lese. Ich bin gerade nicht so subtil. Jedenfalls wollten wir Samstag drehen und Sonntag den Schnitt machen.
Samstag mit einem Kater aufgestanden der sich gewaschen hat. Scheiße. Judith gings genauso. Acht Uhr morgens - keine Zeit! Frühstücken gegangen im Hemingway, Quesadillas, lecker, Kaffeetrinken in... ähhh... da im Sofienhof jedenfalls, zu teuer, das machen wir nie wieder. Um zwei zuhause angekommen, Darsteller suchen. Henrik hatte sich freundlicherweise zur Verfügung gestellt "den coolen Betrunkenen" zu spielen - eine Rolle die ihm auf den Leib geschneidert ist. Brauchten wir noch jemand anderen für die Hauptrolle. Keiner von uns beiden wollte - Judith nicht weil... WARUM EIGENTLICH? und ich nicht weil ich keinen Bock hatte mich am nächsten Tag stundenlang selbst bei meinem staksigen Schauspielversuchen zu begucken. Fünfzehn Telefongespräche und keinen einzigen Darsteller später latschten wir zu Henriks WG rüber. Drei Leute wohnen da außer ihm, davon zwei Kunststudentinnen - gute Chance also, dachten wir. Nach einer halben Stunde und vielen Versprechungen von Karrieren in Hollywood war zumindest Anika bereit (War es Mitleid? Mutterinstinkt? Ich weiß es nicht...), mitzuspielen. Was auch Elisa und Dennis ganz gut fanden weil sie so der Verantwortung entkamn.
Nachdem wir sie über die Handlung gebrieft hatten drehten wir erst einige Szenen in der WG um dann zur Uni zu fahren und da den Hauptteil abzufilmen. Ziemlich stressig, da wir nur knapp vier Stunden Zeit hatten - die Uni machte um 18:30 bereits zu. Wir schafften trotzdem das Meiste miteinzubringen.
Judith und Anika beim Dreh.
Das Foto zeigt was die Kamera zeigt was die Wand zeigt.
Hinterher waren wir noch für eine abschließende Szene beim Strand in Falckenstein und prinzipiell gegen zehn Uhr mit den Dreharbeiten durch. Und weil wir so hart sind und jung und alles gings danach noch in die Pumpe weil da Nachtzeche war wo wir uns mit Gratist-shirts eindeckten und Feuerzeugen und Polaroids (ein allgegenwärtiger Fotoasi schlich herum und wartete nur darauf, von uns herbeigerufen zu werden) und allem was die Werbeindustrie für Zigaretten noch so zu bieten hat.
Danke, Fotoasi!
Naja, wenig Schlaf halt wieder. Sonntag "rechtzeitig" (wieder um 8:00) aufgestanden und gleich mit dem Schnitt angefangen. So gegen 16:00 hatten wir was womit wir grob zufrieden waren. Aber dann ging das Zittern los. Technische Probleme olé! Die von uns gebrannten DVDs waren nicht in der Lage, auf einem handelsüblichen DVD-Player abgespielt zu werden, dabei war das doch Auflage! Egal, trotzdem abgeben. Um zehn vor sechs, Judith war schon in der Ostseehalle, gucken wie der THC irgendwie Faustballweltmeister wird oder so gab ich die DVD mit einem etwas mulmigen Gefühl ab. Ein Statement auf Video musste ich auch noch abgeben, und das wo ich total verlottert aussah und dringend Schlaf brauchte. Wie auch immer... Am Freitag ist Vorführung der insgesamt elf Filme - ich bin gespannt ob sie unseren irgendwie zum Laufen bringen und wir im Wettbewerb sind. Wäre jedenfalls gut, es gibt maximal 250 Euro zu gewinnen.
EXTRABLATT: Soeben schreibt mir Judith daß wir noch dabei sind. Ha!
Und nachdem ich den Film jetzt schon zwei, drei Mal gesehen habe finde ich ihn zwar immer noch ein bißchen stümperhaft aber angesichts des Zeitrahmens (zwei Tage ist wirklich extrem wenig für einen Film, normalerweise schafft man so pro Tag eine Minute Endfassung) und der Tatsache daß die anderen vermutlich auch keine Profis sind ist er wohl okay.
Und damit Ihr den auch gucken könnt hab ich ihn auch zu youtube hochgeladen:
Wie immer in bezaubernd schlechter Qualität. Kommentare sind erwünscht.
Montag bin ich denn erstmal früh aufgstanden und zur Uni. Ich bin wieder immatrikuliert. Yeah. Das musste ich am Abend feiern weshalb ich mit Maren und Jan trinken, Zombies abschießen und tanzen war.
Trinken.
Tanzen.
Zombies abschießen.
Morgens um halb sieben kam ich denn in Ahrensburg an. Da mein Geld restlos alle war kam eine Taxifahrt für mich nicht in Frage. Also ging ich die vier oder fünf Kilometer nach Ammersbek und nutzte das gute Wetter, um ein paar Fotos von meiner ehemaligen und dörflichen Heimat zu machen:
Um acht bin ich dann ins Bett gefallen und konnte immerhin bis halb eins schlafen. Dann kam nämlich Claudi und wir waren in Hamburg unterwegs. Leider hatten ungefähr alle anderen auch die Idee weshalb es überall ziemlich voll war. Auch hier ein paar Bilder:
Hahaha, yeah! Liebe Wolfgangs dieser Welt, kauft Euch bitte mal ordentliche Sachen oder konditioniert Eure Verwandten darauf, Euch nicht solchen Mist mitzubringen. LOF, Dennis.
Das wars jedenfalls. Nächstes Wochenende ist die lange Nacht der Museen, da gibts auch wieder was zu gucken, hoffe ich.
Mein Leben, in Wort und Bild, außerdem mein erster Versuch, mich in Form eines Blogs zu prostituieren. Also, Freunde der Selbstdarstellung, haltet ein und lest mich durch!