Und wer mehr Bilder haben mag, ich schicke auch gerne welche zu oder stell sie irgendwo online...
Hamburg, Logo.

(nach dem Konzert ist vor dem Konzert oder so)
Der ehemalige Lagerschuppen des Neckermannkonzerns, der sich aus irgendwelchen Gründen immer noch hält (als Baubehörde hätte ich dem schon längst einen Riegel vorgeschoben, der Laden ist eine Todesfalle) war proppenvoll mit Anfangzwanzigjährigen die entweder selber aus England kamen oder zumindest dauernd Sätze wie "Die englische Musikszene liegt mir derzeit am meisten." zum besten gaben...
Mit darunter auch Anja (die einmal mehr eine bunte Schar von Freunden aus dem Ärmel gezaubert hat, diesmal aus England und Australien), Britta und halt ich, die wir zwar die Sätze nicht kannten aber immerhin konnten wir aufgrund unserer 1/3-Engländerquote (Anja war außer sich - beide Bands stammen wie sie aus Leeds) jede Menge Realness... (an dieser Stelle ringe ich mit den Worten) representen (!).
Als erste Band spielten The Cribs auf, drei offensichtlich stark angetrunkene Herren die jedoch durch äußerst schmissige Musik überzeugten (leider verstand ich kein Wort von dem, was sie zwischen den einzelnen Stücken sagten, aber da alle lachten muss es wohl sehr gut gewesen sein). Der Sänger, der ein wenig an Pete Doherty erinnerte (größtenteils bedingt durch Vernachlässigung der äußeren Form) wurde mir prompt durch sein ausgeprägtes Rock 'n Roll Gehabe sympathisch. Hätten andere geweint oder zumindest die Bühne verlassen um sich vom Schreck zu erholen brüllte er munter weiter ins Mikro nachdem der Kopf seiner Gitarre einen blutigen Ausflug in sein Gesicht unternommen hatte - eindeutiger Pluspunkt.

Nach der obligatorischen Umbaupause begannen die Kaiser Chiefs schließlich ihren Auftritt...

(oben Typ aus dem Publikum, unten Sänger)
Fünf Jungs aus Leeds, musikalisch irgendwo in Richtung Franz Ferdinand in rockiger einzuordnen (Freunden anständiger Unterhaltung mag ich "I predict a Riot", "Everyday I love you less and less" und das überragende "Oh my God" ans Herz legen) sind (oder ganz wo anders, ich entziehe mich mit Freuden dem Versuch, irgendwelche Bands kategorisieren zu wollen) betreten die Bühne, optisch an Kasabian, die Killers und die Mooney Suzuki gemahnend (mein Herz gehörte eindeutig dem Gitarristen, er war nicht nur Linkshänder sondern überzeugte auch durch seinen adretten Schuhgeschmack - siehe weiter unten) - es fällt schwer, Fans von Band zu unterscheiden... Erste Frage: Irgendwer aus unserer Stadt hier? Ungefähr zehn Prozent der rund zweihundert Leute schreit auf - hui... Naja, wenn man bedenkt, daß ich mich mit der Dame die vor mir stand (also in der ersten Reihe...) darüber unterhalten habe, daß sie am Vortag "mal so eben" nach Dublin geflogen war um I am Kloot zu sehen nicht weiter verwunderlich - die englischen Musikfreunde scheinen noch eine Spur verrückter zu sein als man es von hier kennt - offenbar nicht weiter verunderlich...

(Je später der Abend desto nackter die Sänger)
Daher war die Stimmung im Club auch sehr sehr gelöst, beinahe kameradschaftlich. Der Sänger ging mehrfach ins Publikum und umarmte wahllos Leute oder trug sie durch die Gegend, etwas was in größeren Lokalitäten nur schwer möglich erscheint... Insofern waren wir alle ein wenig enttäuscht als die Darbietung auch nach einer guten Stunde (mit Zugaben) endete und man mag dieser Band wünschen, daß sie nicht im Einheitsbrei der "Junge Leute aus England machen Musik, wie sie auch schon unsere Eltern gehört haben" Bands untergeht...

(Gitarristenschuhwerk - der Klettverschluss kommt dadurch doppelt gut zur Wirkung, daß die Hose hochgekrempelt ist)

(Krawatte in Kontrastfarbe, farblich gekonnt abgesetzt)
Hinterher begegneten wir noch einigen Bandmitgliedern die uns Wasser (gut!), Autogramme (yay!) und im Falle Anjas auch Emailadressen gaben (und vermutlich sind Britta und Anja jetzt mit denen auf derber Party, aber ich hab den letzten Zug derartigen Aktivitäten vorgezogen...)

(Trommelmensch...)

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