Nachdem wir uns so gegen zwei aus dem Haus bequemt hatten gingen wir nichtsahnend an einem Geschäft vorbei, das osteuropäische Schrecklichkeiten (danke für den Tipp, Bärnd!) verbreitet, leider hatte es zu doch im Schaufenster lag das hier:

(ja, es sind eine Kalaschnikov und eine Handgranate aus Glas, beides mit irgendeinem Alkohol gefüllt - mein voreingenommener Kopf teilt mir soeben mit, daß es sich vermutlich um Wodka handelt - und zusammen mit ein paar Gläsern in einem Geschenkkoffer... uhm... WTF?)
In der Stadtgalerie waren wir zuerst, leider durfte man da keine Fotos machen, aber es gab ein paar hübsche Sachen zu gucken (und ein paar nicht so hübsche die glaube ich nur da waren weil der Name des Künstlers zufällig mit dem eines bedeutetenden Spenders selbiger Galerie übereinstimmte... Notiz an mich: Reich werden, Museum Geld geben, Museum zwingen, meinen Schotter auszustellen, hämisch lachen), ich persönlich war sehr angetan von ein paar nachkolorierten Bilderen aus Indien, die mit allerlei Geraffel verziert waren...
Außerdem ist gerade noch ein Harleywochenende in der Stadt wo alle harten Motorradrocker zusammenkommen, um sich bei Dönern für 3,90 und Bier für ähnlich enorme Preise mal so richtig motorradrockerig zu benehmen. Und wie könnte das gehen ohne die passende Musik?
Kein Problem, dachten sich die Veranstalter, holen wir doch mal das auf die Bühne im Bootshafen was Motorradrocker am derbsten finden:

Also ich weiß nicht so recht, ob mein Bild nicht ein wenig getrübt wurde, aber eine Marimba Steelband die aus Zehnjährigen besteht ist glaube ich nicht so die rechte Untermalung, um dem feindlichen Motorradclubs mal zu zeigen, wer im Revier die Hosen anhat... Aber vermutlich waren es die Söhne von irgendwelchen Leuten, die da teilnahmen, jedenfalls saßen andächtig alle auf den Stufen und haben gelauscht. Schön.
Obligatorischer "Mein Schiff, haha, LOL ROFL"-Kommentar:

(tatsächlich handelt es sich um die 67 Meter lange "Apoise", die von der Lürssen Werft in Schacht-Audorf gebaut und vor ein paar Monaten vom Stapel gelassen wurde - ich würde natürlich ein Schiff nie so nennen!)
Auf auf in die Kunsthalle!


(Kunsthalle von außen und 50er Jahre-Treppenhaus von oben)
Die Kieler Kunsthalle ist eine adrette Mischung aus Architektur des frühen, mittleren und späten 20. Jahrhunderts und überraschend groß - für drei Euro ermässigten Eintritt kann man wirklich eine ganze Weile darin verbringen...
Als Sonderthema war gerade eine Ballermannausstellung was sich in derartigen Kunstwerken manifestierte:


Besonders die Sangriastrohhalmkunst hat mich überzeugt! Es war gigantisch und hat einen eigenen Raum ausgefüllt!
Außerdem:

WTF? Also die Playgirldinger im Hintergrund ja schön, aber die silbernen Dinger... derbe! :D

O RLY?

PENIS!

Nudeln!

Planeten... auf... Hintern (NWS, möglicherweise...)
Eine Rosa von Praunheim Ausstellung (die Bettwurst in voller Länge - yay!) war auch übrigens, aber ich glaub davon hab ich nichts fotografiert - ich mochte jedenfalls die Bilder auf denen sie irgendwie im Sonntagsausgehkleid am Kieler Jachthafen abhängt...

Es gibt viel Leben neben der Vernunft, gell...

Elefant + Panzer + Pink = Liebe! Pink war übrigens auch das Schlüsselband was ich mir da gekauft habe, für einen Euro! Ich bin so metrosexuell!

Verwendungszweck für Nutella gefällig?


Erdnussflips! Jede Menge! Tonnenweise! Köstliche Kunst!

Ja...

Gut finde ich immer Sachen bei denen ich denke "Hey, das kann ich auch"...

Mein nächster Wagen sollte auch viele Spoiler haben - und aus Lehm sein *denk*

Larissa guckt sich eine Beschreibung an, und zwar zu dieser Installation:

Das Gemälde von Anselm Feuerbach (aus Speyer, aufgemerkt, Kathi!) und die 68 im Vordergrund gestapelten Hippiereligionsbücher sind nämlich im Abstand von genau hundert Jahren entstanden!

Chic!

Eine Bombe! Aber keine Panik, die geht erst im Jahr 2104 hoch... Bis dahin wird der Tropfstein in der Hamburger Galerie der Gegenwart um einen weiteren Milimeter gewachsen sein.

Aus-dem-Fenster-Gucker.

Zu diesem Bild stellen sich mehrere Fragen, die meisten davon sind allerdings derart offensichtlich daß Ihr vermutlich selber drauf kommt...
Okay, was ist irritierender: Hyperrealisten...

...oder Leute, die auf die Idee kommen, daß es gut wäre, Peter Maffay abzubilden?

Ich weiß es nicht, und vielleicht will ich es auch gar nicht.

Von dem Bild war ich recht angetan - falls mir irgendwer vier Euro sponsoren mag kann ich es mir als Kunstdruck kaufen und mich jederzeit daran erfreuen.

Elektrisch geladene Rüstungen sind die besten! Da war auch ein Hinweisschild daran angebracht, daß Leute mit Herzschrittmachern eingeladen sind, sie vielleicht lieber nicht anzufassen...

Kaatz!
Neben moderner Kunst verfügt die Kunsthalle auch noch über eine (wie ich finde gerne größer hätte ausfallen könnende) Antikensammlung in der sich hauptsächlich Abdrücke von klassischen Statuen, aber auch einige Originale (zum Beispiel eine winzige marmorne Sokratesbüste) finden.

Das sieht schonmal relativ antik aus eigentlich. Besonders das Notausgangschild...

C I Caesar (links) und ich...

Lernt Latein und Griechisch, Bitches!
So, und weil es am Museumstag auch ein bißchen Kinderbelustigung braucht haben wir uns Schmetterlinge gebastelt. Die Museumspädagogikfrau war ein bißchen strange und hat uns erzählt wie gerne sie manchmal tote Tiere die ihre Katze anschleppt anguckt und sie zeichnet. Angenehmes Gespräch aber auf jeden Fall. Unsere Schmetterlinge:

Meiner links, Larissas rechts. Die die die Kinder gebastelt haben waren aber viel schöner leider. Verdammte Kinder. Dafür kann ich schneller rennen!
Nachdem wir genug davon hatten machten wir uns auf ins Schifffahrtsmuseum zu Kiel. In einer ehemaligen Fischauktionshalle untergebracht zeigt es allerhand Maritimes...

Ich und Belichtung = Feinde!

Hier haben wir das Modell einer Eisstation - ich mag Eisstationen!

Dieses Gemälde stellt den Matrosenaufstand von 1918 in Kiel dar - ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ende des Ersten Weltkrieges.

Diorama - ich mag Dioramen ^______________________^
Ein gesonderter Teil der Ausstellung ist U-Booten vorenthalten. Dabei ist besonders der Brandtaucher, eines der ersten U-Boote zu erwähnen. Der Brandtaucher wurde im Deutsch-Dänischen Krieg (Mitte des 19. Jahrhunderts) konstruiert (von irgendwem dessen Name mir bestimmt morgen wieder einfällt) um feindliche Schiffe die in den Kieler Hafen eindringen wollten zu versenken. Leider sank das gute Stück aufgrund aus Geldmangel eingesparter Materialien (Ach, sie wollen acht Milimeter dicke Stahlwände? Reichen nicht auch vier?) in 18 Meter Wassertiefe. Ende des 20. Jahrhunderts wurde er im Hafen geborgen und restauriert. Heute befindet er sich wohl in Dresden, wenn man dem netten Herren Glauben schenken darf, der uns die Geschichte des Brandtauchers erzählt hat...

Blick in die Rekonstruktion des Bugs des Brandtauchers. Oben ist die "Kommandobrücke" zu sehen von der aus die Angriffe koordiniert werden sollten. Angetrieben wurde das Schiff übrigens (das so hieß weil es beim Tauchen andere Schiffe in Brand stecken sollte) durch handbetriebene Kurbeln.

Das finde ich besonders drollig - durch diese handschuhartigen Konstruktionen sollte offenbar die Bombenfracht am gegnerischen Boot befestigt werden (die Vorstellung daß zwei Boote gleichen Typs sich hierdurch begrüßen gefällt mir allerdings besser... "Hallohallo" - "Sup?!").

Dieses Bild zeigt den Querschnitt durch ein deutsches Kleinst-U-Boot des Zweiten Weltkrieges. Mit einem Mann Besatzung und einer Länge von 9,5 Metern konnte es eine Waffenladung von zwei Torpedos transportieren. Leider hat das nicht so viel gebracht, da die Boote oft frühzeitig aufgegeben werden mussten bedingt durch die eher ungut abgeleiteten Abgase der Dieselmotoren.
Sonderkapitel: Das Schifffahrtsmuseum und die Rechtschreibung!
Ein Schifffahrtsmuseum setzt sich in erster Linie mit Dingen, die das Meer betreffen auseinander, sollte man meinen. Dafür sprechen die vielen Modelle, Gemälde und Artefakte die dort ausgestellt sind. Unterstützt werden diese durch kleine Hinweistafeln. Logisch, kennt man. Aber: Wie schreibt man verdammt nochmal diese Typen in den schwulen Uniformen, die immer auf Schiffen rumlaufen?

So?

Oder so? Ich weiß es nicht...
(ach so: Hurr, ich hab sicher auch ganz schön viele Fehler hier, durr)
Nach dem Schifffahrtsmuseum sind wir noch auf eine zufälligerweise im Hafen liegende Kogge eingekehrt und haben ein wenig Kaffee und Kuchen zu uns genommen... Neben dem Hinweis auf die Website nämlichen Schiffes, nämlich www.hansekogge.de, hier noch zwei, drei Bilder:

Der Blick am Mast hoch - man erkennt ganz gut die Flagge der Hansestädte...

Koggenklo - immerhin: die Gefahr beim früher üblichen einfach über die Bordwand hängen lassen ins Meer geworfen zu werden wurde durch diese Konstruktion effektiv minimiert.

Nochmal der Mast, dieses Mal aus dem Laderaum raus...

Steine im Kiel - Schwerpunkt ahoi!

Der Blick über die Reling auf den Hafen raus - auf der anderen Seite kann man die riesigen Kräne der HDW erkennen. Wer gerade auf einem "Huihui, da trifft Altes auf Neues"-Trip ist hat JETZT die Gelegenheit sich zu ergötzen.
Da noch eine gute halbe Stunde nach war haben wir uns noch kurz die anderen Schiffe, die regulär im Museumshafen liegen angeguckt. Leider war meine Speicherkarte (512 Megabyte reichen halt nicht für einen Tag in der Stadt...) dann auch schon voll weshalb ich mich mit diesen Bildern an Bord des einen Schiffes und vom klaren Wasser des Kieler Hafens fürs erste von Euch verabschiede...


Tschöss, sag' ich noch!

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